Lockeres Meeting

FAQ

Wie funktioniert der Erfahrungsaustausch bei Staat-up?

Was sind Foren im Rahmen von Staat-up?

  • Die Idee des „peer-group-learnings“ ist im unternehmerischen Kontext fest verankert. So stellen Foren das Kernelement der Mitgliedschaft in den großen Start-up-Netzwerken Entpreneuers´ Organization (EO) und Young Presidents´ Organization (YPO) dar.

  • Staat-up überträgt dieses erfolgreiche Format auf den öffentlichen Sektor. Alle ordentlichen Mitglieder von Staat-up nehmen an einem Forum teil.

  • In den regelmäßig stattfindenden Foren (üblicherweise 1x pro Monat) tauscht sich ein fester Kreis von 8-10 Personen zu aktuellen beruflichen wie privaten Herausforderungen aus.

Welchen Nutzen bieten Foren für Teilnehmer:innen?

  • Teilnehmer:innen in unternehmerischen Foren berichten, dass der Erfahrungsaustausch sie zu besseren Führungskräften, aber auch zu besseren Eltern, Freunden oder Lebenspartnern gemacht hat.

  • Der offene, vertrauensbasierte Erfahrungsaustausch ermöglicht den Teilnehmer:innen einen neuen Blick auf Herausforderungen im eigenen Leben, sie lernen von Erfahrungen anderer. Teilnehmer:innen erleben, dass ihnen Offenheit und Neugierde sich selbst und anderen gegenüber einen neuen Weg der Erkenntnis ebnen, z.B. die Offenlegung von blinden Flecken und Vorurteilen in der eigenen Wahrnehmung.

 

  • Teilnehmer:innen profitieren von der Vielfalt an Erfahrungen, die in der Gruppe repräsentiert sind. Dennoch sind sie sich in ihrer beruflichen Lebenswelt nahe genug und verstehen gemeinsam das System „öffentlicher Sektor“ und seine Funktionslogiken.

Warum sollten Foren auch im öffentlichen Sektor genutzt werden?

  • Wir sind der Überzeugung, dass Führungskräfte und Mitarbeiter:innen des öffentlichen Sektors in gleichem Maße wie Unternehmer:innen oder Beschäftigte des Privatsektors von einem offenen, vertrauensbasierten Erfahrungsaustausch profitieren können.


  • Die Foren sind das Kernelement von Staat-up und unserem Ziel, erfolgreiche Formate und Arbeitsmethoden aus der Start-up-Welt auf den öffentlichen Sektor zu übertragen. Der öffentliche Sektor ist aus unserer Sicht nicht inhärent weniger effizient und innovativ als der private Sektor. Dennoch sehen wir in neuen Wegen der persönlichen Weiterentwicklung auch im beruflichen Kontext einen wichtigen Hebel darin, Beschäftigten des öffentlichen Sektors persönliches Wachstum und eine höhere Effektivität ihres beruflichen Handelns zu ermöglichen.


  • Erfahrungsaustausch-Gruppen sind gelebte Start-up-Lernkultur: Viele Führungskräfte und Beschäftigte des öffentlichen Sektors berichten, dass ihnen die Wirksamkeit ihres eigenen Handelns nicht bewusst ist bzw. sie kein entsprechendes Feedback dazu bekommen. Der Austausch in Foren bietet die Chance, in einem geschützten Raum einen besseren Blick auf das eigene Handeln und seine Selbstwirksamkeit zu entwickeln sowie Verbesserungspotenziale zu identifizieren.

Was sind wichtige Prinzipien der Forumsarbeit?

  • Die wichtigsten Prinzipien sind absolute Vertraulichkeit, Offenheit und gegenseitiges Vertrauen bzw. Respekt. Ein Forum kann nur gelingen, wenn sich die Teilnehmenden frei und sicher fühlen, ihre teils auch sensiblen Erfahrungen mit anderen zu teilen („Holding Environment“)

  • Keine Ratschläge geben: Im Forum berichten Teilnehmer:innen über ihre eigenen Erfahrungen, die im Zusammenhang mit einem in der Gruppe definierten Thema stehen. Dabei teilen sie persönliche Gefühle, Gedanken und Erfahrungen aus ihrem Leben, anstatt über das Leben oder Erlebte anderer zu sprechen. Aussagen anderer Forumsteilnehmer:innen werden weder kommentiert noch bewertet. Den Nutzen des Erfahrungsaustausches ziehen die Teilnehmer:innen in den seltensten Fällen direkt aus der Parallele zu einem anderen Fall, sondern dadurch, dass die Fallstudien anderer den Blick auf die eigene Herausforderung erweitern.

  • Die Foren haben eine feste zeitliche Struktur und Ablauf. Diese hilft, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Detaillierte Regeln zum Ablauf und zur Zusammensetzung der Foren geben sich die Foren selbst.

  • Ein:e Moderator:in führt die Gruppe und stellt sicher, dass die Regeln und zeitliche Struktur eingehalten werden.

  • Im Idealfall treten die Teilnehmer:innen eines Forums physisch zusammen. Aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie finden die Foren in 2021 zunächst in virtueller Form statt.

Wie werden Foren zusammengesetzt?

  • Die Foren stehen ausschließlich den Mitgliedern von Staat-up offen. Staat-up spricht Führungskräfte und Beschäftigte des öffentlichen Sektors an. Der öffentliche Sektor wird hierbei breit definiert, d.h. er umfasst für uns Ministerien und Organisationen der Verwaltung bis hin zu Unternehmen, die im öffentlichen Besitz stehen (z.B. Stadtwerke).

  • Es wird darauf geachtet, dass in den Foren keine Personen zusammentreten, die in einem unmittelbaren beruflichen Kontext zueinanderstehen.

  • Die Foren entscheiden eigenständig, ob sie ein neues Mitglied aufnehmen.

Wie werde ich auf die Forumsarbeit vorbereitet?

  • Idealer Weise nehmen Staat-up-Mitglieder vor Beitritt zu einem Forum an einem ca. 2h-stündigen Forumstraining teil. Diese Trainings werden regelmäßig angeboten.

Welchen zeitlichen Aufwand muss ich für die Forumsarbeit einplanen?

  • Pro Jahr finden in der Regel 10 Forumssitzungen im zeitlichen Umfang von 3-4 h üblicherweise an einem wiederkehrenden Termin abends statt.

  • Zur Vorbereitung eines jeden Forums wenden Teilnehmer:innen je nach individueller Präferenz ca. 30-60 Minuten auf.

  • Viele Foren organisieren darüber hinaus ein Mal im Jahr ein mehrtägiges Retreat zur Vertiefung der Arbeit.

Erfahrungen unserer Mitglieder:

Als ich vor einigen Jahren das erste Mal ein Team mit eigenen Mitarbeitern geleitet habe, gab es oft Situationen, in denen ich gerne mit neutralen Dritten – also nicht mit den eigenen Mitarbeitern, direkten Vorgesetzten oder Kollegen der gleichen Organisation – berufliche Herausforderungen diskutiert hätte, um ein besseres Verständnis für meine Situation zu entwickeln. Ich bin daher froh, dass es mit Staat-up jetzt ein solches Angebot gibt, dass sich gezielt an Mitarbeiter im öffentlichen Sektor richtet.


Die ersten Foren, an denen ich teilgenommen habe, waren für mich bereits sehr hilfreich: Einerseits, da ich von den anderen Teilnehmern und deren Erfahrungen lernen konnte und andererseits, da mir dabei wieder bewusst wurde, dass jeder von uns – egal in welcher Rolle, egal in welcher Hierarchieebene - Herausforderungen zu meistern hat und wir uns nur dadurch weiter entwickeln.

Antonia Zierer, Referatsleitung Planungsstab, Bayerisches Staatsministerium für Digitales